Arnold-Sommerfeld-Gesellschaft e.V. (ASG)

Geleitwort

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Zur Arnold-Sommerfeld-Gesellschaft im Jahr 2016 – Impressionen des Präsidenten

Die Arnold-Sommerfeld-Gesellschaft geht nunmehr ins 19. Jahr ihres Bestehens. Sie ist altehrwürdig, wenn man die Schnelllebigkeit unserer Zeit bedenkt. Sie ist jedoch eher jung, wenn man die Wissenschaften und Ihre Einrichtungen zum Maßstab nimmt. Genauso wollen wir uns begreifen:
  • altehrwürdig, wo es um die Solidität der Wissenschaftsbetrachtung und Herangehensweise geht,
  • jung, wo Mut zum Beschreiten neuer Wege gefagt ist,
  • in der Nachwendezeit gegründet und etabliert als Heimstatt für Wissenschaftler, die ihren verdienten Ruhestand erreicht haben und die diesen als Unruhestand nutzen, aber auch
  • gegründet für Wissenschaftler, die in den Veränderungen der Hochschullandschaft und Industrieforschung etwas ins Abseits gekommen waren und in den neuen Strukturen keine "Verwendung" mehr fanden ...
Die ASG ist vor allem im mitteldeutschen Raum mit ihrem Wirken etabliert. Neben den genannten zwei Säulen, die naturgemäß mit "altem" Bestand zu Auslaufmodellen werden, gilt es neue Felder zu erschließen, die nach einem "Bearbeiten" rufen. Solche Felder sind:
  • Wissenschaftsaufgaben, die bei konventionellem Herangehen an ihre Grenzen der Fachdisziplin stoßen
  • Wissenschaftsaufgaben, in denen sich auf dem Hauptweg keine Lösung findet, die aber unmittelbar daneben, durchs Fachgebiet verborgen, Pforten haben, die sich für den Lösungsweg öffnen
  • Gelegenheiten für junge Wissenschaftler zum Testen, Üben und Trainieren.
Als stete Aufgabe verbleibt der ASG darüber hinaus die Pflege der einschlägigen Wissenschaftsgeschichte: dies selbstverständlich – prosaisch gesprochen – nicht im Bewahren der Asche, sondern im Weitergeben des Feuers! Vom Erforschen des Gestern und mit dem Wissen des Heute kann ich eine direkte Linie – nicht immer eine Gerade – ins Morgen konstruieren, die mir zeigt, wo es hin gehen könnte.

Wir möchten betont unsere gestandenen Wissenschaftler ansprechen, möchten aber explizit auch auf junge Nachwuchspersönlichkeiten zugehen, um ihnen unser Forum anzubieten, sich auszuprobieren und kritisch Impulse für die nächsten Schritte aufzunehmen. Unsere Gesellschaft soll Experimentierfeld für wissenschaftliches Neuland und gewagte Frage- bzw. Aufgabenstellungen sein, Grenzen und Schranken der eigenen Wissenschaft überschreiten und Lösungsmöglichkeiten durch interdisziplinäre Zusammenarbeit aufzeigen.

In allem ist es uns wichtig, auch die ethischen Aspekte der Wissenschaftsentwickung zu beachten und zu hinterfragen – Aspekte der Umwelterhaltung, der Lebensqualität der Menschen und ihres friedlichen Zusammenlebens. Dies gilt insbesondere für Arbeiten in interdisziplinärer und internationaler Wissenschaftskooperation.

Deshalb habe ich am Anfang das Altehrwürdig und das Jung so betont. Unser Verein kann nur bestehen, wenn uns dieser Brückenschlag gelingt und wir den Staffelstab an die nächste Generationen übergeben.

Manfred H. Wolff
Präsident der Arnold-Sommerfeld-Gesellschaft e.V.

© 2016  Dr. Uwe Renner